das.bernhard.ensemble

Uraufführung

 

Hitler und Stalin, zwei Erzfeinde und doch auch Verbündete, sind einander niemals persönlich begegnet! Wirklich niemals?

 

Im Wien des Jahres 1913 versammelt der angehende Arzt J.L.Moreno regelmäßig schauspielinteressierte Menschen, um mit ihnen an seinem neuen Theater zu experimentieren. Zwei Männer, die seine Ideen und sein mitreißendes Temperament bewundern, erregen dabei seine spezielle Aufmerksamkeit: der junge erfolglose Kunstmaler Adolf und der untergetauchte russische Revolutionär Josef, die sich damals gerade beide in Wien aufhalten. Moreno, Stegreiftheatermacher, Theateravantgardist und späterer Begründer des Psychodramas, unterstützt sie nichtsahnend dabei, ihre psychischen Konflikte zu lösen, ihr Selbstbewusstsein zu stärken und ihr Charisma zu entdecken.

 

„Seien Sie dabei! Werden sie Teil dieser legendären vielleicht ersten Psychodramagruppe, um bei der Geburt dreier Ausnahmepersönlichkeiten mitzuhelfen, und erproben Sie selbst Ihre Fähigkeiten zum Weltverbesserer!“

 

Ein politisch unkorrektes immersives Tanz/Theater-Insight

 

Bitte rechtzeitig Karten sichern: Es werden nur 20 Personen pro Vorstellung eingelassen!

 

Regie und Konzept: Ernst Kurt Weigel

Choreografie: Leonie Wahl

Performance: Desi Bonato, Isabella Jeschke, Leonie Wahl,Kajetan Dick und Ernst Kurt Weigel

Komposition: b.fleischmann

Bühne und Kostüme: Devi Saha

Regieassistenz: Christina Berzaczy

Licht und Ton: Julian Vogel

Produktionsleitung/Presse: Monika Bangert / Simon Hajós

Social Media: Nadine-Melanie Hack

 

Koproduktion DAS OFF THEATER / das.bernhard.ensemble / orgAnic reVolt

 

Vorstellungen

Oktober: 13.|14.|15.|16.|17.|22.|23.|24.|27.|28.|29.|30.|31.

November: 3.|4.|6.|7.|10.|17.|18.|19.|20.|21.|24.|25.|26.

Beginnzeit: immer 20 Uhr

DAS OFF THEATER, WHITE.BOX, Kirchengasse 41, 1070 Wien

 

Karten unter: karten@off-theater.at, 0676 360 62 06 und online: www.off-theater.at

Kartenpreise: € 18,- (normal)/€ 15,- (ermäßigt)/

€ 10,- (Schüler*innen, Student*innen)

 

Weitere Info: www.off-theater.at, www.leoniewahl.com

 

Pressekontakt:

Simon Hajós +43 664 921 50 59, simon.hajos@kulturproduktion.at oder office@off-theater.at

 

das neue Mash-Up!
THE.HELDENPLATZ.THING

Jänner 2021

 

Trailer: Philine Hofmann

Bild: Walter Mussil

Das Beste aus beiden Welten:

Ein Mash-up, inspiriert von Thomas Bernhards „Heldenplatz“ und John Carpenters „The Thing“

 

Mitten im Franz-Josef-Land, isoliert von der Außenwelt, von klirrender Kälte und beißendem Frost umgeben, erforscht eine bernhardeske Gesellschaft ihr Volk, das Klima und so manche österreichische Eigenart! Plötzlich taucht aus dem eisigen Nichts ein Flüchtender auf und sucht Schutz in ihrer Forschungsstation. Allen Warnungen zum Trotz nehmen sie ihn auf! Was sie nicht ahnen: Dieser Eindringling wird sie mit einem außerirdischen Virus anstecken. Einmal übertragen, übernimmt dieses die totale Kontrolle über den Erkrankten und beginnt, ihn mehr und mehr in ein gefährliches menschenartiges Ding zu verwandeln. Eine absurde Jagd nach den Formwandlern beginnt...

 

Regie/Konzept: Ernst Kurt Weigel

 

Performance: Rosa Braber, Isabella Jeschke, Tamara Stern, Kajetan Dick, Gerald Walsberger, Michael Welz, Ernst Kurt Weigel

 

Komposition: b.fleischmann

 

Bühne und Kostüme: Julia Trybula

 

Dramaturgiemitarbeit: Luca Pályi

 

Regieassistenz: Christina Berzaczy

 

Lichtdesign/Technik: Julian Vogel

 

Produktionsleitung/Presse: Monika Bangert / Simon Hajós

 

Social Media / Dramaturgiehospitanz: Nadine-Melanie Hack

 

Koproduktion DAS OFF THEATER / das.bernhard.ensemble

 

DAS OFF THEATER, OFF.WHITE.BOX, Kirchengasse 41, 1070 Wien

 

Premiere war am 10. März 2020, 20 Uhr

 

Weitere Vorstellungen:

ab Jänner 2021

 

Karten unter: karten@off-theater.at, 0676 360 62 06

 

Kartenpreise: € 20,-/€ 17,- (SeniorInnen)/€ 10,- (SchülerInnen, StudentInnen, Zivildiener)

 

Weitere Informationen: www.off-theater.at

 

Pressekontakt:

Simon Hajós Tel. 1: +43 664 921 50 59, Tel. 2: +43 699 12151456, simon.hajos@kulturproduktion.at oder office@off-theater.at

Bilder: Walter Mussil

Schnellkritik (Daniel Landau): Ernst Kurt Weigel und sein das bernhard ensemble in ihrem neuesten Mash-Up, heute war die Premiere im Off Theater.

‪Ich weiß schon, die Fremde, das „Virus“ im Stück, Bezug „Thing“, ist hier eines, das Antisemitismus verbreitet.

‪Aber dennoch, etwas spooky, wenn gerade heute die Premiere eines Stückes ist, in dem es ua um die völlig leere Stadt Wien, oder um das völlig leere Theater in der Josefstadt geht.

‪Heute, punktgenau, wo Indoor Veranstaltungen mit mehr als 100 Menschen abgesagt werden müssen. Zumindest bis Ende März. ‬

‪Ein Mash-Up, hier Heldenplatz von Bernhard und The Thing von John Carpenter.

‪Eine Art „Forschungssituation“, wir alle sind aufgefordert Texte zu entwickeln, die der berühmten Voyager Waldheim Nachricht (1977, in seiner Funktion als UN Generalsekretär) nachgesandt werden sollen.

‪Ein „Virus“ platzt ins Setting. Die Ansteckungsgefahr, Antisemitismus. Woraufhin sich teilweise skurrile Situationen entspinnen, gipfelnd in einer Art finaler Zerstörung.

‪Das.bernhard.ensemble, Leiter ist der selbst mitspielende Regisseur, Ernst Kurt Weigel, das heißt heute:

‪Rosa Braber, Isabella Jeschke, Tamara Stern, Kajetan Dick, Gerald Walsberger, Michael Welz, und Ernst Kurt Weigel

‪Alle in gewohnter höchster schauspielerischer Qualität, und in einem genialen Raum von Julia Trybula.

‪Entsprechend sehr heftiger Applaus, ja, anschauen! Geht noch bis Mitte Mai!

Kronenzeitung:

Kurier (Heinz Wagner):

https://kurier.at/kiku/ein-virus-das-geistig-abgewehrt-werden-kann/400777865

Ein Virus, das geistig abgewehrt werden kann.

Gespenstische Aktualität bei „The.Heldenplatz.Thing im Wiener OFF.Theater - das stattfindet - unter 100 Leute.

„Spielt ihr überhaupt?“ – die PR-Leute des OFF-Theaters bzw. von „das.bernhard.ensemble“ mussten diese Frage am Nachmittag telefonisch bzw. per eMail vielfach beantworten. „Ja, wir haben unter 100 Plätze“ – also fand die Premiere statt – und natürlich auch die weiteren Abende (siehe Infos unten). Und dennoch drehte sich vieles in der Performance um ein Virus. Ja, auch das derzeit alles Dominierende. Aber eigentlich um ein ganz anderes.

So, vielleicht genug der Ver- und auf zu einer Art Ent-Wirrung. Die Theatergruppe „das.bernhard.ensmeble“ produzierte in Zusammenarbeit mit dem OFF.Theater in der Wiener Kirchengasse „The.Heldenplatz.Thing“. Mash-Up nennt die Gruppe (Regie/Konzept: Ernst Kurt Weigel) die Vermischung von Inputs aus Theaterstücken mit Filmen. Ja, genau, hier kommen sie wie der Titel nahelegt einerseits von Thomas Bernhards „Heldenplatz“ – und „The Thing“, einem Science-Fiction-Horrorfilm von John Carpenter.

Ersteres setzte sich mit der Metapher Heldenplatz 1988 im Auftrag des Burgtheaters in dem damaligen Gedenkjahr – 50. Jahrestag der Besetzung Österreichs durch Hitler-Deutschland (oft verschämt „Anschluss“ genannt – nicht nur mit der Nazivergangenheit auseinander. Sondern vor allem mit dem, was an antisemitischer, minderheiten- und demokratiefeindlicher Geisteshaltung geblieben ist.

Der besagte Film spielt in einer polaren Forschungsstation im „ewigen Eis“. Ein Alien, das sich in die unterschiedlichsten Formen anderer Lebewesen verwandeln kann, bedroht die Menschen.

Gesellschaftliche Kälte und sich durchaus auch „modern“ gebender Rechtsnationalismus, gepaart mit Bernhards Diagnose vom Überlebens faschistische Haltungen bilden die Klammer für das schräge Stück, das durchaus zum Greifen spürbar zum Nachdenken anregen, ja aufrütteln will.

Die polarforschenden Schauspieler_innen (lauter unterschiedliche Typ_innen: Rosa Braber, Isabella Jeschke, Tamara Stern, Kajetan Dick, Gerald Walsberger, Michael Welz und Ernst Kurt Weigel) agieren rund um bzw. in einer aus hölzernen Streben bestehenden Iglu-artigen Konstruktion (Bühne und Kostüme: Julia Trybula). Um diese sitzt das Publikum herum. Und das ist znächst gefragt – im wahrsten Sinn des Wortes. Am Österreichbild soll gearbeitet werden. Wegen Heldenplatz einerseits und der Einspielung eines Ausschnitts aus der Kurt-Waldheim-Rede (damals UNO-Generalsekretär) an mögliche Außerirdische, die auf Metallplatte gepresst mit den Voyager-Sonden 1977 in die unendlichen Weiten des Weltalls geschickt wurde.

Was fällt dem Publikum – für ein neues Österreichbild an Außerirdische – zu Klima, Genuss, Multimedia, Offenheit, Todessehnsucht und Schweigen – ein. „Was verbindet uns?“ – „Corona-Virus“, so die erste spontane Antwort – mit dem Zusatz, dass uns das auch trennt.

Das Virus im Stück, lange vor der Aktualität ausgedacht, ist in dem Fall ein ganz besonderes. Jenes des Antisemitismus, das nach und nach die Mitglieder der Forschungsstation zu infizieren droht. Aus Angst vor einem der Überträger, wird der erschossen – ab in die Tiefkühltruhe – so wie auch die neuen zusammengefassten Botschaften aus dem Publikum in Metallkapseln gesprochen und vereist.

Ob Expeditionsleiter oder Gleichberechtigungskämpferin, ob Schweigerin oder personifizierter Virus – alle agieren in den fast zwei Stunden einerseits extrem körperlich, andererseits ziemlich schräg zwischen Abwehr und schon ansatzweise angesteckt.

Hin und wieder werden Expeditionsteilnehmer nach außen geschickt – und berichten per Video aus einer leeren U-Bahn oder aus dem Josefstadt-Theater, dass auch dort alles leer ist. Alles schon lange vorher nach langen Improvisationen in der Stückentwicklung erarbeitet. Die Videos schon vor geraumer Zeit aufgenommen. Die höchste zufällige Aktualität führt natürlich zwangsläufig zu heftigem Lachen – mit ein bisschen im Hals stecken bleiben.

Und weil auf die kreisförmig rund um die Forschungsstation angeordneten zwei Sitzreihen keine 100 Leute Platz haben, kann auch tatsächlich jeden Abend gespielt werden. Das Virus sozusagen als indirekte Chance für kleine Theater. Und mit der „Hausaufgabe“, zu überlegen wie dem viel gefährlicheren, dem politischen Hass-Virus, vielleicht mit sogar viel mehr sozialen Kontakten, Nähe und Auseinandersetzung, vor allem geistig beizukommen ist…

 

NESTROY-Nominierung für LILIOM.CLUB!(Kategorie "Beste Off-Produktion")